Prozessprofil · Forschung & Entwicklung

Idea-to-Market(I2M)

Von der ersten Idee bis zum marktreifen Produkt: wie der Idea-to-Market-Prozess abläuft, woran er gemessen wird und wo Entwicklungsprojekte an Gates, Änderungen und Freigaben Zeit verlieren.

Auch bekannt als: I2M · Idea to Market · Concept-to-Market · Concept-to-Launch · Design-to-Release · Produktentstehungsprozess (PEP)

Was ist Idea-to-Market?

Idea-to-Market (I2M) ist der End-to-End-Prozess von der Erfassung einer Produktidee bis zur Markteinführung des fertigen Produkts. Er umfasst Ideenbewertung und Stage-Gates, Konzept und Business Case, Konstruktion und Entwicklung mit technischen Änderungen, Validierung, Tests und Zertifizierung, die Industrialisierung sowie den Launch. Weil Entwicklung, Qualität, Einkauf, Produktion und Vertrieb über Monate oder Jahre an einem Produkt zusammenarbeiten, bestimmt I2M, wie schnell und mit welchem Aufwand neue Produkte auf den Markt kommen.

Startet mit

Eine Produktidee wird erfasst.

Endet mit

Das Produkt ist freigegeben, industrialisiert und im Markt eingeführt.

Typische Phasen

  1. 1

    Ideenerfassung & Bewertung

    Ideen aus Markt, Kundenfeedback, Forschung oder Mitarbeitenden werden gesammelt, bewertet und am ersten Gate für die Weiterverfolgung ausgewählt.

    • Idee erfasst
    • Idee bewertet
    • Gate 1 entschieden
  2. 2

    Konzept & Business Case

    Anforderungen, Lösungskonzept, Kosten und Marktpotenzial werden ausgearbeitet; das nächste Gate entscheidet über das Entwicklungsprojekt.

    • Anforderungen definiert
    • Konzept erstellt
    • Business Case bewertet
    • Projekt freigegeben
  3. 3

    Entwicklung & Konstruktion

    In PLM und CAD entstehen Bauteile, Baugruppen und Stücklisten. Technische Änderungen durchlaufen einen eigenen Antrags- und Freigabeweg.

    • Konstruktion gestartet
    • Stückliste angelegt
    • Änderungsantrag gestellt
    • Änderung freigegeben
    • Design freigegeben
  4. 4

    Validierung & Zertifizierung

    Prototypen und Muster werden getestet, Befunde fließen als Änderungen zurück in die Entwicklung, bis Prüfungen und Zulassungen bestanden sind.

    • Prototyp gebaut
    • Test durchgeführt
    • Befund erfasst
    • Zertifizierung erteilt
  5. 5

    Industrialisierung & Markteinführung

    Werkzeuge, Lieferanten und Fertigungsprozesse werden vorbereitet, die Serienfreigabe erteilt und das Produkt in Vertrieb und Markt eingeführt.

    • Lieferant freigegeben
    • Nullserie gefertigt
    • Serienfreigabe
    • Markteinführung

Geschäftsobjekte und Systeme

Diese Objekte hinterlässt der Prozess in den Quellsystemen – mit Zeitstempeln, Verantwortlichen und Beziehungen untereinander.

Idee
Erfasster Vorschlag mit Quelle, Bewertung und Gate-Entscheidung.
Entwicklungsprojekt
Projekt mit Phasen, Gates, Budget und Verantwortlichen – der Rahmen für alle weiteren Objekte.
Anforderung
Funktionale, regulatorische oder kundenspezifische Vorgabe, gegen die das Produkt geprüft wird.
Bauteil & Stückliste
Konstruktionsstand im PLM mit Version, Reifegrad und Freigabestatus.
Änderungsantrag
Technische Änderung an Bauteil, Zeichnung oder Stückliste, mit Begründung, Bewertung und Freigabe.
Test & Befund
Prüfung an Prototyp oder Muster mit Ergebnis und daraus entstehenden Maßnahmen.

Typische Quellsysteme

  • PLM-Systeme (z. B. Siemens Teamcenter, PTC Windchill, Dassault ENOVIA)
  • CAD-Werkzeuge
  • Ideen- und Innovationsmanagement, Projektportfolio-Management
  • Requirements- und Testmanagement
  • ERP für Materialstamm, Lieferanten und Serienfreigabe

Kennzahlen, die sich messen lassen

Time-to-Market
Zeit von der Projektfreigabe bis zur Markteinführung.
Durchlaufzeit pro Gate
Wie lange ein Projekt zwischen zwei Gates braucht und wie lange es auf die Gate-Entscheidung wartet.
Änderungen nach Designfreigabe
Technische Änderungen, die einen bereits freigegebenen Stand wieder öffnen.
Durchlaufzeit von Änderungsanträgen
Zeit vom Änderungsantrag bis zur umgesetzten Freigabe.
Testwiederholungen
Wie oft Prüfungen nach einem Befund erneut durchlaufen werden müssen.
Termintreue der Meilensteine
Anteil der Gates und Freigaben, die zum geplanten Termin erreicht werden.

Typische Probleme

Gates, die nur auf dem Papier stehen

Projekte gehen in die nächste Phase, bevor das Gate entschieden ist, oder Gate-Kriterien werden nachträglich erfüllt. Der Stage-Gate-Prozess steuert dann nicht mehr, sondern dokumentiert.

Späte technische Änderungen

Änderungen nach Designfreigabe oder in der Industrialisierung lösen Nacharbeit in Konstruktion, Test, Einkauf und Werkzeugbau aus – je später, desto mehr Objekte sind betroffen.

Wartezeiten zwischen Fachbereichen

Konstruktion wartet auf Testergebnisse, der Test auf Muster, der Einkauf auf freigegebene Stücklisten. Die Projektplanung zeigt Termine, aber nicht, wo die Übergaben hängen.

Schleifen zwischen Test und Entwicklung

Wiederholte Befunde an denselben Bauteilen deuten auf unklare Anforderungen oder fehlende Erkenntnisse aus früheren Projekten hin.

So analysiert Noreja Idea-to-Market

Ein Entwicklungsprojekt ist kein einzelner Fall mit einer Abfolge von Schritten. Daran hängen Hunderte Bauteile mit eigenen Versionen, Änderungsanträge, die mehrere Stücklisten betreffen, Tests an verschiedenen Prototypen und Lieferanten für einzelne Komponenten. Ein flacher Eventlog müsste eines dieser Objekte zum Fall erklären und verliert die übrigen. Noreja bildet sie im Event Knowledge Graph gemeinsam ab, sodass eine späte Änderung bis zu jedem betroffenen Test und jeder Bestellung sichtbar bleibt.

Stage-Gate-Logik und Freigaberegeln werden mit Fachwissen aus Entwicklung und Qualität als erwartete Reihenfolge modelliert: kein Entwicklungsstart vor dem Gate, keine Serienfreigabe vor bestandener Zertifizierung. So wird erkennbar, wo Projekte vom vorgesehenen Ablauf abweichen und welche Abweichung später Nacharbeit auslöst.

Fragen, die Noreja beantwortet

  • Welche Gates verzögern die Time-to-Market am stärksten?
  • Wo starten Entwicklungsarbeiten vor der vorgesehenen Gate-Entscheidung?
  • Welche Bauteile werden nach der Designfreigabe am häufigsten geändert?
  • Wie lange warten Änderungsanträge auf Bewertung und Freigabe?
  • Welche Tests müssen regelmäßig wiederholt werden, und warum?
  • Welche Übergaben zwischen Entwicklung, Einkauf und Produktion verursachen die längsten Wartezeiten?

Häufige Fragen zu Idea-to-Market

Was ist der Idea-to-Market-Prozess?

Idea-to-Market (I2M) ist der End-to-End-Prozess von der Produktidee bis zur Markteinführung. Er umfasst Ideenbewertung und Stage-Gates, Konzept und Business Case, Entwicklung und technische Änderungen, Validierung und Zertifizierung sowie Industrialisierung und Launch.

Was ist der Unterschied zwischen Idea-to-Market und Plan-to-Produce?

Idea-to-Market endet dort, wo die Serienproduktion geplant wird: mit freigegebenem Produkt, Stückliste und Fertigungsprozess. Plan-to-Produce übernimmt ab diesem Punkt und beschreibt die laufende Planung und Fertigung des Produkts. Technische Änderungen an Serienprodukten verbinden beide Prozesse.

Welche KPIs sind im Idea-to-Market wichtig?

Typische Kennzahlen sind Time-to-Market, die Durchlaufzeit pro Gate, Änderungen nach Designfreigabe, die Durchlaufzeit von Änderungsanträgen, Testwiederholungen und die Termintreue der Meilensteine.

Kann man Process Mining in der Produktentwicklung einsetzen?

Ja. Gate-Entscheidungen, Änderungsanträge, Freigaben von Bauteilen und Stücklisten sowie Testergebnisse hinterlassen Zeitstempel und Verantwortliche in PLM, Projekt- und Testmanagement. Process Mining zeigt daraus den tatsächlichen Projektverlauf, Wartezeiten zwischen Fachbereichen und Schleifen durch späte Änderungen.

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