Was kostet es, nichts zu tun?
Prozessprobleme verschwinden nicht, wenn man sie ignoriert – sie werden nur unsichtbar bezahlt. Jeder Tag ohne Prozesstransparenz kostet Durchlaufzeit, Marge, Qualität und Nerven. Der Cost-of-Inaction-Rechner macht diese versteckten Kosten in fünf Minuten sichtbar: einmal für ein Jahr und einmal für den Zeitraum, den du wirklich betrachten musst.
Die Berechnung basiert auf Branchen-Benchmarks und typischen Prozesskennzahlen. Du gibst an, wie dein Geschäft aussieht – Branche, Größe, verkaufte Menge, Wert pro Einheit, Kundenstamm und Fertigungsart – und wählst den End-to-End-Prozess, der dich interessiert: Order-to-Cash, Purchase-to-Pay, Produktion, Instandhaltung, Kreditvergabe oder Schadenregulierung.
Aus diesen Angaben leitet der Rechner die Prozessvolumina ab und verteilt die versteckten Kosten auf die vier Prozessdimensionen: Zeit, Kosten, Qualität und Komplexität. Am Ende steht kein Marketing-Versprechen, sondern eine nachvollziehbare Größenordnung – inklusive PDF zum Mitnehmen in die interne Diskussion.
Kein Login, keine Datenübertragung: Die Berechnung läuft vollständig in deinem Browser.
Zeit
Manuelle Touchpoints, Wartezeiten und Rückfragen je Vorgang
Kosten
Wertverlust auf dem Volumen, das durch den Prozess fließt
Qualität
Fehlerfälle, Nacharbeit und deren Folgekosten
Komplexität
Overhead durch Varianten, Systembrüche und Übergaben
Der Rechner: deine Zahlen, deine Prozessdimensionen
Wähle Branche, Größe und den End-to-End-Prozess, den du betrachten willst. Jede Änderung wirkt sofort auf das Ergebnis und auf die Verteilung über die vier Prozessdimensionen.
Ø Aufwand je Vorgang: 10 min
Einzelne Reports und KPIs
Cost of Inaction pro Jahr
705.149 €
In 5 Jahren
3.525.743 €
Verteilung auf die Prozessdimensionen
Davon typischerweise kurzfristig hebbar
141.030 € – 246.802 € / 1 Jahr
Schätzung auf Basis von Branchen-Benchmarks und typischen Prozesskennzahlen. Die tatsächlichen Werte ermitteln wir gemeinsam anhand deiner Systemdaten.
Der Zielkonflikt, den jede Prozessinitiative aushandelt
Jeder Prozess wird an vier Dimensionen gemessen – und sie ziehen gegeneinander. Zeit steht Kosten gegenüber, Qualität steht Flexibilität gegenüber. Wer die Durchlaufzeit halbiert, zahlt in der Regel mit Kosten; wer maximale Flexibilität will, verliert an Standardisierung und damit an Qualität. Genau dieses Spannungsfeld beschreibt das Devil's Quadrangle.
Zieh an einem der vier Punkte oder nutze die Regler: Du siehst sofort, wer für den Gewinn bezahlt. Die gegenüberliegende Dimension trägt die Hälfte der Einbußen, die beiden benachbarten je ein Viertel.
Wer bezahlt gerade?
Zeit
↔ Kosten
50%
0 vs. ausbalanciert
Kürzere Durchlaufzeit, weniger Wartezeit und Rückfragen. Beschleunigen kostet Puffer, Personal und Parallelkapazität.
Flexibilität
↔ Qualität
50%
0 vs. ausbalanciert
Mehr Varianten, Sonderfälle und Anpassungsfähigkeit. Jede Sonderlocke erzeugt Varianten, Übergaben und Fehlerquellen.
Kosten
↔ Zeit
50%
0 vs. ausbalanciert
Niedrigere Prozesskosten pro Vorgang, weniger Ressourceneinsatz. Sparen verlängert Warteschlangen und drückt auf die Qualität.
Qualität
↔ Flexibilität
50%
0 vs. ausbalanciert
Weniger Fehler, Nacharbeit und Abweichungen von der Norm. Null-Fehler bedeutet Kontrollen, Standards und weniger Spielraum.
ausbalanciert – niemand zahlt auffällig
Noreja-Effekt: das Trade-off-Feld verschieben
Der Zielkonflikt gilt nur, solange du nicht weißt, welche Ursache welche Wirkung hat. Mit kausaler Prozesstransparenz erkennst du die Treiber, die mehrere Dimensionen gleichzeitig verbessern – das Viereck wächst nach außen, statt nur zu kippen.
Cost of Inaction und Devil's Quadrangle – kurz erklärt
- Was ist der Cost of Inaction?
- Der Cost of Inaction ist der Betrag, den ein Unternehmen jedes Jahr verliert, weil ein Prozess nicht verbessert wird. Er erscheint auf keiner Rechnung, sondern verteilt sich über Wartezeiten, manuelle Nacharbeit, Wertverluste im Auftragsdurchlauf und die Folgekosten von Fehlern. Weil er nirgends gebucht wird, bleibt er unsichtbar – und läuft mit jedem Jahr ohne Prozesstransparenz weiter auf.
- Wie berechnet der Cost-of-Inaction-Rechner das Ergebnis?
- Der Rechner leitet aus Branche, Unternehmensgröße, verkaufter Menge, Wert pro Einheit, Kundenstamm und Fertigungsart zunächst die Prozessvolumina ab, etwa die Anzahl der Aufträge pro Jahr. Diese Volumina werden mit branchenüblichen Benchmarks für manuellen Aufwand, Wertverlust, Fehlerquoten und Variantenoverhead verknüpft. Das Ergebnis verteilt sich auf die vier Prozessdimensionen Zeit, Kosten, Qualität und Komplexität und wird über den gewählten Betrachtungszeitraum fortgeschrieben.
- Was ist das Devil's Quadrangle?
- Das Devil's Quadrangle ist ein Modell aus dem Business Process Management, das die vier konkurrierenden Leistungsdimensionen eines Prozesses beschreibt: Zeit, Kosten, Qualität und Flexibilität. Bekannt wurde es durch die Redesign-Forschung von Hajo A. Reijers und Selma Limam Mansar (2005), die 29 Redesign-Heuristiken jeweils nach ihrer Wirkung auf diese vier Dimensionen bewerteten. Der Name spielt darauf an, dass sich die vier Dimensionen in der Praxis nicht gleichzeitig verbessern lassen.
- Warum steht Zeit den Kosten gegenüber und Qualität der Flexibilität?
- Durchlaufzeit verkürzt man üblicherweise mit zusätzlichen Ressourcen, Parallelverarbeitung oder Puffern – all das kostet Geld, deshalb steht Zeit den Kosten gegenüber. Qualität entsteht dagegen aus Standardisierung, Kontrollen und engen Vorgaben, während Flexibilität genau das Gegenteil verlangt: Varianten, Sonderfälle und Ausnahmen. Jede zusätzliche Variante erzeugt Übergaben und Fehlerquellen, deshalb steht Qualität der Flexibilität gegenüber.
- Kann man alle vier Dimensionen gleichzeitig verbessern?
- Innerhalb eines gegebenen Prozessdesigns nicht: Wer eine Dimension anhebt, bezahlt in den anderen. Der Zielkonflikt lockert sich erst, wenn die tatsächlichen Ursachen im Prozess bekannt sind, denn dann findet man Stellhebel, die mehrere Dimensionen gleichzeitig verbessern – etwa eine Rückfrageschleife, die zugleich Zeit kostet, Fehler erzeugt und Varianten aufbaut. Genau darauf zielt kausale Process Intelligence: nicht den Zielkonflikt gewinnen, sondern ihn nach außen verschieben.
- Wie belastbar sind die Ergebnisse des Rechners?
- Der Rechner liefert eine Größenordnung, keine Zusage. Er arbeitet mit Branchen-Benchmarks und typischen Prozesskennzahlen, nicht mit deinen Systemdaten, und ist dafür gedacht, eine interne Diskussion mit einer nachvollziehbaren Zahl zu starten. Die tatsächlichen Werte ergeben sich erst aus einer Analyse der eigenen Event-Daten.
- Werden meine Eingaben an Noreja übertragen?
- Nein. Die gesamte Berechnung läuft im Browser, es ist kein Login nötig und die eingegebenen Werte werden nicht an einen Server gesendet. Das PDF mit den eigenen Einstellungen wird ebenfalls lokal erzeugt.
Worauf dieses Modell aufbaut
Das Devil's Quadrangle ist kein Marketingbild, sondern ein etabliertes Modell aus der Business-Process-Management-Forschung. Die folgenden Quellen beschreiben seinen Ursprung, seine Weiterentwicklung und wie sich der Zielkonflikt mit echten Prozessdaten messen lässt. Alle Links führen direkt zur Primärquelle.
Devil's Quadrangle: Ursprung und Weiterentwicklung
Die Standardliteratur zum Zielkonflikt aus Zeit, Kosten, Qualität und Flexibilität – und wie das Modell heute erweitert wird.
- Peer-Review-PaperBest practices in business process redesign: an overview and qualitative evaluation of successful redesign heuristics
Hajo A. Reijers, Selma Limam Mansar · Omega – The International Journal of Management Science 33(4), 283–306 · 2005
Die vielzitierte Referenz für das Devil's Quadrangle: 29 Redesign-Heuristiken, jeweils bewertet nach ihrer Wirkung auf Zeit, Kosten, Qualität und Flexibilität.
(öffnet in neuem Tab) - FachbuchFundamentals of Business Process Management
Marlon Dumas, Marcello La Rosa, Jan Mendling, Hajo A. Reijers · Springer, 2. Auflage · 2018
Das Standardlehrbuch des Business Process Management. Ordnet das Quadrangle in den vollständigen BPM-Lebenszyklus von Discovery bis Redesign ein.
(öffnet in neuem Tab) - Peer-Review-PaperThe BPM Goal Hexagon: an update to the Devil's Quadrangle
Peter A. François, Vincent Borghoff, Alexander Mayr, Ralf Plattfaut, Christian Janiesch · Management Review Quarterly · 2026
Aktuelle Erweiterung des Modells: Zeit, Qualität und Flexibilität bleiben, Kosten werden zu einer breiteren Ökonomie-Dimension, hinzu kommen Menschen und Umwelt.
(öffnet in neuem Tab)
Den Zielkonflikt mit Prozessdaten messen
Ohne belastbare Prozessdaten bleibt der Zielkonflikt eine Behauptung. Diese Quellen beschreiben, wie er messbar wird.
- Peer-Review-PaperAnalyzing the Devil's Quadrangle of Process Instances Through Process Mining
Ignacio Velásquez, Marcos Sepúlveda · Business Process Management Workshops, LNBIP, Springer · 2024
Zeigt, wie sich die vier Dimensionen je Prozessinstanz aus Event-Daten berechnen lassen – die datenbasierte Variante genau dieser Visualisierung.
(öffnet in neuem Tab) - FachbuchProcess Mining: Data Science in Action
Wil van der Aalst · Springer, 2. Auflage · 2016
Das Grundlagenwerk zum Process Mining von dessen Begründer: Discovery, Conformance Checking und Performance-Analyse auf Event-Logs.
(öffnet in neuem Tab) - Standardwerk der CommunityProcess Mining Manifesto
IEEE Task Force on Process Mining (77 Autoren, 53 Organisationen) · IEEE Task Force on Process Mining · 2012
Die gemeinsamen Leitprinzipien und offenen Herausforderungen der Disziplin, verfügbar in 16 Sprachen inklusive Deutsch.
(öffnet in neuem Tab)
Einordnung und Überblick
Für den Einstieg und die historische Einordnung: warum Prozesse überhaupt neu gedacht werden und wo Process Mining herkommt.
- FachartikelReengineering Work: Don't Automate, Obliterate
Michael Hammer · Harvard Business Review · 1990
Der Klassiker des Business Process Reengineering – und die Ursprungsthese, dass Automatisierung schlechter Prozesse nur schneller schlechte Ergebnisse produziert.
(öffnet in neuem Tab) - ÜberblicksartikelProcess mining
Wikipedia-Autoren · Wikipedia · laufend
Kompakter, gut belegter Überblick über Process Discovery, Conformance Checking und Performance-Analyse.
(öffnet in neuem Tab) - ÜberblicksartikelBusiness process re-engineering
Wikipedia-Autoren · Wikipedia · laufend
Überblick über Ziele, Methoden und dokumentierte Grenzen des Prozess-Reengineerings.
(öffnet in neuem Tab)
Begriffe bei Noreja nachlesen
Die zentralen Konzepte hinter dieser Seite erklären wir ausführlich in unserer Wissensdatenbank:
Mach den nächsten Schritt – mit Noreja
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