Prozessprofil · Planung & Supply Chain

Forecast-to-Plan(F2P)

Von der statistischen Prognose bis zum abgestimmten Plan: wie Absatz-, Kapazitäts- und Materialplanung zusammenfinden, woran der Prozess gemessen wird und wo Planungsrunden an Verbindlichkeit verlieren.

Auch bekannt als: F2P · Forecast to Plan · Sales & Operations Planning · S&OP · Integrated Business Planning · Forecast-to-Fulfil · Absatz- und Produktionsplanung

Was ist Forecast-to-Plan?

Forecast-to-Plan (F2P) ist der End-to-End-Prozess von der Bedarfsprognose bis zum freigegebenen, abgestimmten Unternehmensplan. Er umfasst die Aufbereitung von Absatz- und Marktdaten, die statistische Prognose, den Abgleich mit dem Vertrieb im Demand Review, die Prüfung von Kapazitäten und Material im Supply Review, die Konsensrunde im S&OP- oder IBP-Meeting und die Übergabe des Plans an Disposition, Produktion und Einkauf. Am Ende steht ein Plan, auf den sich Vertrieb, Supply Chain und Finanzen festgelegt haben – und der regelmäßige Abgleich, wie gut er die Wirklichkeit getroffen hat.

Startet mit

Ein neuer Planungszyklus beginnt, und Absatz-, Bestands- und Auftragsdaten werden zusammengeführt.

Endet mit

Der abgestimmte Plan ist freigegeben, an die ausführenden Prozesse übergeben und gegen die Ist-Werte geprüft.

Typische Phasen

  1. 1

    Datenaufbereitung & statistische Prognose

    Historische Absätze, offene Aufträge, Bestände und Marktinformationen werden bereinigt und in ein Prognosemodell überführt, das eine erste Bedarfsschätzung je Produkt, Region und Periode liefert.

    • Planungszyklus eröffnet
    • Absatzhistorie bereinigt
    • Statistische Prognose berechnet
    • Prognoseausreißer geprüft
  2. 2

    Demand Review

    Vertrieb, Key Account Management und Marketing ergänzen die statistische Prognose um Aktionen, Projekte und Kundenwissen. Abweichungen zwischen Modell und Einschätzung werden begründet oder korrigiert.

    • Vertriebsinput angefordert
    • Prognose manuell angepasst
    • Annahmen dokumentiert
    • Bedarfsplan freigegeben
  3. 3

    Supply Review

    Produktion, Disposition und Einkauf prüfen, ob der Bedarfsplan mit Kapazitäten, Materialverfügbarkeit und Lieferantenzusagen erfüllbar ist, und zeigen Engpässe sowie Alternativen auf.

    • Grobkapazität geprüft
    • Materialverfügbarkeit geprüft
    • Engpass gemeldet
    • Versorgungsszenario erstellt
  4. 4

    Konsens & S&OP-Meeting

    Im Pre-S&OP und im Executive Meeting werden Bedarf, Versorgung und Finanzplan abgeglichen. Offene Zielkonflikte werden entschieden und der Konsensplan verabschiedet.

    • Pre-S&OP-Abstimmung
    • Szenarien bewertet
    • Entscheidung im Executive Meeting
    • Konsensplan verabschiedet
  5. 5

    Planfreigabe & Plan-Ist-Abgleich

    Der Konsensplan wird an Disposition, Produktion und Einkauf übergeben. Im nächsten Zyklus wird gemessen, wie weit Prognose und Plan von den tatsächlichen Absätzen und Mengen entfernt lagen.

    • Plan an MRP übergeben
    • Planversion eingefroren
    • Plan-Ist-Abweichung ermittelt
    • Ursachen bewertet

Geschäftsobjekte und Systeme

Diese Objekte hinterlässt der Prozess in den Quellsystemen – mit Zeitstempeln, Verantwortlichen und Beziehungen untereinander.

Prognose
Bedarfsschätzung je Produkt, Region und Periode, mit Modell, Version und Erstellungszeitpunkt.
Prognoseanpassung
Manuelle Änderung an der statistischen Prognose, mit Bearbeiter, Begründung und Größenordnung.
Planversion
Ein Stand des Bedarfs-, Versorgungs- oder Konsensplans mit Status Entwurf, abgestimmt oder eingefroren.
Kapazitätsprüfung
Abgleich des Bedarfs mit Ressourcen, Schichten und Lieferantenzusagen, inklusive gemeldeter Engpässe.
S&OP-Entscheidung
Beschluss im Planungsmeeting zu einem Zielkonflikt, mit Verantwortlichem und Auswirkung auf den Plan.
Planungszyklus
Der wiederkehrende Rahmen mit festen Terminen für Datenstichtag, Reviews und Freigabe.

Typische Quellsysteme

  • Planungsplattformen (z. B. SAP IBP, Kinaxis Maestro, o9 Solutions)
  • ERP mit Disposition und Absatzplanung (z. B. SAP S/4HANA, Microsoft Dynamics 365)
  • CRM- und Vertriebsdaten
  • Tabellenkalkulation und Planungsvorlagen

Kennzahlen, die sich messen lassen

Forecast-Genauigkeit
Wie nah die Prognose an den tatsächlichen Absätzen lag, je Produkt, Region und Planungshorizont.
Forecast Bias
Ob die Prognose systematisch zu hoch oder zu niedrig ausfällt.
Forecast Value Added
Ob manuelle Anpassungen die statistische Prognose verbessern oder verschlechtern.
Termintreue des Planungszyklus
Anteil der Zyklen, in denen Reviews und Freigabe zum vorgesehenen Termin abgeschlossen sind.
Planstabilität
Wie stark sich der Plan innerhalb des eingefrorenen Horizonts noch ändert.

Typische Probleme

Anpassungen ohne Mehrwert

Manuelle Korrekturen im Demand Review sind schnell gemacht, aber selten überprüft. Ob sie die Prognose verbessern oder nur Erwartungen widerspiegeln, bleibt oft offen.

Der Zyklus läuft der Zeit hinterher

Wenn Datenstichtag oder Vertriebsinput sich verschieben, schrumpft die Zeit für Supply Review und Entscheidung – der Plan wird freigegeben, bevor Engpässe geklärt sind.

Konsens nur auf dem Papier

Vertrieb, Produktion und Finanzen arbeiten nach dem Meeting mit eigenen Zahlen weiter. Der verabschiedete Plan steuert dann nur einen Teil der Entscheidungen.

Plan-Ist-Abweichungen ohne Ursache

Dass Plan und Ist auseinanderliegen, ist bekannt. Ob die Ursache in der Prognose, in einer Anpassung, in einem Engpass oder in der Ausführung liegt, zeigt der reine Kennzahlenvergleich nicht.

So analysiert Noreja Forecast-to-Plan

Eine Planzahl allein erzählt nicht, wie sie entstanden ist. Hinter jeder Prognose stehen eine Modellrechnung, mehrere Anpassungen, eine Kapazitätsprüfung und eine Entscheidung im Meeting – und später die Aufträge, Fertigungsaufträge und Bestellungen, die den Plan umsetzen. Noreja verbindet diese Objekte im Event Knowledge Graph, sodass sich eine Plan-Ist-Abweichung bis zur verursachenden Anpassung oder Entscheidung zurückverfolgen lässt.

Der Planungskalender wird als erwartete Reihenfolge modelliert: Datenstichtag, Demand Review, Supply Review, Konsens, Freigabe. So wird sichtbar, in welchen Zyklen Schritte fehlen, sich überlappen oder nach der Freigabe noch einmal geöffnet werden.

Fragen, die Noreja beantwortet

  • Welche manuellen Prognoseanpassungen verbessern die Genauigkeit, welche verschlechtern sie?
  • In welchen Planungszyklen wird ein Review übersprungen oder verspätet abgeschlossen?
  • Welche Produkte oder Regionen zeigen einen dauerhaften Forecast Bias?
  • Wie oft ändert sich der Plan noch innerhalb des eingefrorenen Horizonts?
  • Welche gemeldeten Engpässe bleiben bis zur Freigabe ungeklärt?
  • Wo lassen sich Plan-Ist-Abweichungen auf eine bestimmte Planungsentscheidung zurückführen?

Häufige Fragen zu Forecast-to-Plan

Was ist der Forecast-to-Plan-Prozess?

Forecast-to-Plan (F2P) ist der End-to-End-Prozess von der Bedarfsprognose bis zum freigegebenen Unternehmensplan. Er umfasst Datenaufbereitung, statistische Prognose, Demand Review, Supply Review, die Konsensrunde im S&OP-Meeting und die Übergabe an die ausführenden Prozesse.

Was ist der Unterschied zwischen Forecast-to-Plan und Plan-to-Produce?

Forecast-to-Plan endet mit dem abgestimmten und freigegebenen Plan. Plan-to-Produce beginnt dort und beschreibt, wie dieser Plan in Fertigungsaufträge, Materialbereitstellung und Produktion umgesetzt wird.

Welche KPIs sind im Forecast-to-Plan wichtig?

Typische Kennzahlen sind Forecast-Genauigkeit, Forecast Bias, Forecast Value Added der manuellen Anpassungen, die Termintreue des Planungszyklus und die Planstabilität im eingefrorenen Horizont.

Kann man Process Mining in der Absatz- und Produktionsplanung einsetzen?

Ja. Prognoseläufe, Anpassungen, Planversionen und Freigaben hinterlassen Zeitstempel und Bearbeiter in Planungsplattformen und im ERP. Process Mining zeigt daraus, wie Planungszyklen tatsächlich ablaufen, wo Reviews ausfallen und welche Anpassungen sich bis in die Ausführung auswirken.

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