Was unterscheidet Process Intelligence von Process Mining?
Process Mining ist eine Analysemethode: Sie rekonstruiert aus den Ereignisdaten von IT-Systemen, wie ein Prozess tatsächlich abläuft. Process Intelligence ist die übergeordnete Disziplin, die diese Prozessdaten mit Geschäftskontext, Kennzahlen, Fachwissen und KI verbindet, um zu erklären, warum ein Prozess so abläuft, und daraus Entscheidungen abzuleiten. Process Mining liefert also die Faktenbasis, Process Intelligence macht daraus Verständnis und Handlung.
Warum ist das wichtig?
Der Markt ordnet sich entlang dieser Unterscheidung neu: Gartner hat seinen Marktbericht im Mai 2026 als „Magic Quadrant for Process Intelligence Platforms" veröffentlicht, die Vorgänger trugen „Process Mining" im Titel. Wer Werkzeuge auswählt, sollte deshalb prüfen, ob ein Anbieter nur Abläufe visualisiert oder auch Ursachen, Kontext und Maßnahmen liefert – das ist der eigentliche Unterschied hinter den beiden Begriffen.
Wie sieht das konkret aus?
Process Mining zeigt im Order-to-Cash-Prozess: 18 % der Aufträge durchlaufen eine Kreditsperre, im Schnitt vier Tage lang. Process Intelligence verknüpft das mit Kundensegment, Kreditlimit und Umsatz, erkennt, dass fast alle Sperren Bestandskunden mit veraltetem Limit treffen, beziffert die dadurch gebundene Liquidität und schlägt vor, die Limits dieser Gruppe gezielt zu überprüfen.
Nicht zu verwechseln mit
Nicht als Konkurrenz zu verstehen: Process Intelligence ersetzt Process Mining nicht, sondern baut darauf auf. Und nicht mit Business Intelligence zu verwechseln: BI verdichtet Kennzahlen zu Berichten, Process Intelligence erklärt die Abläufe, die hinter diesen Kennzahlen stehen.
Verwandte Begriffe
Prozesse besser verstehen mit Noreja
Erlebe, wie Noreja Process Intelligence Prozesse nicht nur sichtbar, sondern verständlich und optimierbar macht.
