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Marktübersicht 2027

Top 10 KI-Tools für Process Mining 2027

Die besten KI-Tools für Process Mining kombinieren 2027 drei Dinge: Fragen in natürlicher Sprache, Agenten, die selbstständig Analysen ausführen, und ein Datenmodell, das die Antworten der KI an echte Prozessdaten bindet. Fast jeder Anbieter hat inzwischen einen Copilot – der Unterschied liegt darin, worauf die KI zugreift und ob sich ihre Aussagen nachprüfen lassen. Diese Liste bewertet zehn Werkzeuge nach genau diesen Kriterien. Sie bildet den Stand Oktober 2026 ab und blickt auf die Entwicklungen, die 2027 prägen werden.

Stand: Oktober 2026 · Herausgegeben von Noreja · Methodik offengelegt

Die Top 10 auf einen Blick

PlatzLösungAm besten für
1NorejaNachprüfbare KI auf kausalem Graphen
2CelonisBreites KI-Ökosystem im Enterprise-Umfeld
3SAP SignavioKI-Assistenz in SAP-Landschaften
4UiPath Process MiningVom Befund zum orchestrierten Agenten
5Microsoft Power Automate Process MiningKI-Einstieg in Microsoft-Umgebungen
6ServiceNow Process MiningAgentische KI für Service-Workflows
7Pega Process MiningMining als Grundlage für Redesign
8IBM Process MiningKI-Assistenz in regulierten Branchen
9QPR ProcessAnalyzerProzessdaten für externe Agenten via MCP
10Skan AIAgenten aus beobachteter Desktop-Arbeit

So haben wir bewertet

1

Grounding im Datenmodell

Worauf stützt sich die KI: auf einen Graphen aus Ereignissen, Objekten und Beziehungen, einen objektzentrierten Log oder einen case-zentrierten Log? Je reicher der Kontext, desto seltener entstehen plausible, aber falsche Antworten.

2

Agentenfähigkeit

Kann die KI mehrstufige Analysen planen und ausführen oder beantwortet sie nur Einzelfragen? Bewertet werden Agenten im Produkt und deren Einbindung in Abläufe.

3

Offenheit für externe KI

Lassen sich eigene Agenten und Modelle anbinden, etwa über MCP oder offene Schnittstellen, und ist die Wahl des Sprachmodells frei?

4

Nachvollziehbarkeit

Lassen sich KI-Aussagen bis zu den zugrunde liegenden Fällen, Kennzahlen und Zusammenhängen zurückverfolgen? Ohne diese Prüfbarkeit bleiben Empfehlungen Vermutungen.

Transparenzhinweis: Diese Rangliste wird von Noreja herausgegeben, und Noreja ist selbst Teil der Liste. Die Kriterien oben sind offengelegt und begünstigen strukturell kausale, graphbasierte Ansätze. Angaben zu anderen Anbietern beruhen auf öffentlich verfügbaren Informationen (Stand: Oktober 2026); Funktionsumfang und Pakete ändern sich häufig – maßgeblich ist die Dokumentation des jeweiligen Anbieters. Genannte Marken gehören ihren jeweiligen Inhabern.

Die Top 10 im Detail

1

Noreja

Am besten für: Nachprüfbare KI auf kausalem Graphen

Norejas KI-Assistentin Minerva 2.0 liest den kausalen Prozessgraphen – Fälle, Varianten, Kennzahlen und Abweichungen von der erwarteten Reihenfolge – und verbindet ihn mit Unternehmenswissen aus dem Context Hub. Spezialisierte Agenten übernehmen wiederkehrende Analysen, Frontier Agents arbeiten kontinuierlich im Hintergrund. Das Sprachmodell ist frei wählbar, von Cloud-Modellen bis zu lokal betriebenen Modellen.

  • Event Knowledge Graph als Grounding: KI-Antworten markieren die genannten Aktivitäten direkt im Prozessgraphen
  • Agent Library mit zehn spezialisierten Analyse-Agenten, etwa für Ursachen, Wartezeiten und Working Capital
  • Freie LLM-Wahl bis zum On-Premises-Betrieb; Wissen lässt sich auf lokale Modelle beschränken

Zu beachten: Minerva liest nur und ändert weder Quelldaten noch Analysen selbstständig – Umsetzungsschritte laufen über angebundene Systeme mit menschlicher Freigabe.

2

Celonis

Am besten für: Breites KI-Ökosystem im Enterprise-Umfeld

Celonis hat seine Plattform früh auf KI ausgerichtet: Process Copilot beantwortet Fragen in natürlicher Sprache und erstellt Auswertungen, AgentC bindet Agenten-Plattformen wie Copilot Studio, Bedrock und Agentforce an. Mit dem auf der Celosphere 2025 vorgestellten MCP-Server und der Orchestration Engine reicht der Ansatz von der Analyse bis zu automatisierten Folgeaktionen.

  • Process Copilot als LLM-Assistent für Fragen und Berichte ohne technische Vorkenntnisse
  • AgentC verbindet Prozessdaten mit führenden Agenten-Plattformen großer Hyperscaler und Softwareanbieter
  • MCP-Server und Process Intelligence Graph stellen Prozesskontext für externe Agenten bereit

Zu beachten: Die KI stützt sich auf frequenzbasierte Prozessmodelle; Ursachenaussagen beruhen damit auf Korrelationen in Reihenfolgen, nicht auf einem kausalen Modell.

3

SAP Signavio

Am besten für: KI-Assistenz in SAP-Landschaften

Mit Joule hat SAP seinen KI-Assistenten in die Signavio-Suite gebracht; seit Februar 2026 ist Joule mit SAP Signavio allgemein verfügbar. Joule Agents unterstützen laut SAP bei der Suche nach Prozessinhalten, bei Prozessanalysen, beim Erstellen von Value Cases und beim Onboarding. Ein Dashboard-Analyzer-Agent, der Event Logs und Kennzahlen interpretiert, wurde im November 2025 als Beta vorgestellt.

  • Joule als durchgängiger SAP-KI-Assistent – auch in den Signavio-Lösungen allgemein verfügbar
  • Mehrere Joule Agents arbeiten nach Herstellerangaben in einem Multi-Agenten-Rahmen zusammen
  • Enge Verzahnung von KI-Analyse mit SAP-Prozessinhalten, Modellierung und Benchmarks

Zu beachten: Einige Agenten befinden sich noch in Beta- oder Early-Adopter-Phasen, und ihr Nutzen entfaltet sich vor allem in SAP-dominierten Landschaften.

4

UiPath Process Mining

Anbieter: UiPath

Am besten für: Vom Befund zum orchestrierten Agenten

Bei UiPath ist Process Mining der Einstieg in agentische Automatisierung. Mit Maestro orchestriert die Plattform Agenten, Roboter und Menschen gemeinsam in BPMN-Prozessen, sodass Erkenntnisse aus dem Mining direkt in automatisierte Abläufe übergehen können. Die KI dient hier vor allem dazu, Automatisierungskandidaten zu finden und umzusetzen.

  • Maestro koordiniert Agenten, Roboter und Menschen in einem gemeinsamen BPMN-Prozess
  • Kombinierte Sicht aus System-, Desktop- und Kommunikationsdaten als Kontext für Automatisierung
  • Kurzer Weg von der Analyse zur produktiven Agenten- und RPA-Umsetzung

Zu beachten: Die analytische Tiefe der Ursachenanalyse ist der Automatisierung untergeordnet; der volle Nutzen entsteht im Zusammenspiel mit der UiPath-Plattform.

5

Microsoft Power Automate Process Mining

Anbieter: Microsoft

Am besten für: KI-Einstieg in Microsoft-Umgebungen

Microsoft verankert Process Mining in der Power Platform und ermöglicht Fragen an Prozessdaten über integrierte Sprachmodelle. Wer bereits mit Power BI, Microsoft 365 und Copilot arbeitet, findet eine vertraute Oberfläche und einen niedrigen Einstieg. Erkenntnisse lassen sich innerhalb des Microsoft-Stacks direkt in Low-Code-Automatisierungen überführen.

  • Konversationelle Abfragen von Prozessdaten über integrierte Sprachmodelle
  • Enge Verbindung zu Power BI, Azure und Microsoft 365
  • Low-Code-Automatisierung als naheliegender nächster Schritt nach der Analyse

Zu beachten: Die KI arbeitet auf case-zentrierten, frequenzbasierten Modellen und ist auf Zugänglichkeit statt analytische Tiefe ausgelegt.

6

ServiceNow Process Mining

Anbieter: ServiceNow

Am besten für: Agentische KI für Service-Workflows

ServiceNow hat Process und Task Mining in sein Zurich-Release integriert, das auf agentische KI mit eingebetteter Prozessautomatisierung ausgerichtet ist. Weil die Prozessdaten bereits auf der Plattform liegen, entfällt für ServiceNow-Prozesse die Datenextraktion. Über Workflow Data Fabric stehen externe Daten vor allem für Workflows und Agenten zur Verfügung.

  • Process und Task Mining als Teil eines auf agentische KI ausgerichteten Plattform-Releases
  • Keine Datenextraktion für Prozesse, die auf der ServiceNow-Plattform laufen
  • Echtzeit-Monitoring von Kennzahlen, etwa für die Einhaltung von SLAs

Zu beachten: Die Mining-Analyse konzentriert sich auf Prozesse innerhalb der Plattform; Backend-Abläufe in ERP oder Produktion bleiben weitgehend außerhalb des Blickfelds.

7

Pega Process Mining

Anbieter: Pegasystems

Am besten für: Mining als Grundlage für Redesign

Pega positioniert Process Mining als operativen Kontext für die Frage, wo KI-Agenten sinnvoll eingesetzt werden. Laut Pressemitteilung vom 12. Mai 2026 fließen gewonnene Erkenntnisse in Pega Blueprint ein, wo Prozesse simuliert, optimiert und in überarbeitete Workflows und Anwendungen übersetzt werden. Process Mining, Task Mining und Modellierung kombiniert Pega nach eigenen Angaben in einer KI-gestützten Plattform.

  • Übergabe von Mining-Erkenntnissen an Pega Blueprint für Simulation und Neugestaltung
  • Process Mining als Entscheidungsgrundlage für den Einsatz von KI-Agenten
  • Process Mining, Task Mining und Modellierung in einer Plattform – nach Herstellerangaben

Zu beachten: Der größte Nutzen entsteht, wenn die Neugestaltung auch auf der Pega-Plattform umgesetzt wird.

8

IBM Process Mining

Anbieter: IBM

Am besten für: KI-Assistenz in regulierten Branchen

IBM kombiniert objektzentriertes Process Mining mit einem LLM-gestützten Process Mining Assistant auf Basis von watsonx, der Hypothesen zu Ursachen formuliert. Über die Integration mit watsonx Orchestrate lassen sich Erkenntnisse in automatisierte Abläufe überführen. Datenbasierte What-if-Simulationen und der Betrieb on-premise oder hybrid sprechen vor allem regulierte Branchen an.

  • Process Mining Assistant auf watsonx-Basis für Ursachenhypothesen in natürlicher Sprache
  • Integration mit watsonx Orchestrate für den Übergang zur Automatisierung
  • What-if-Simulation und präskriptive Empfehlungen auf objektzentrierten Daten

Zu beachten: Die Ursachenhypothesen bleiben methodisch frequenzbasiert, und Einführung sowie Betrieb erfordern spürbaren Implementierungsaufwand.

9

QPR ProcessAnalyzer

Anbieter: QPR Software

Am besten für: Prozessdaten für externe Agenten via MCP

QPR hat im April 2026 eine MCP-Schnittstelle für ProcessAnalyzer vorgestellt, über die KI-Agenten wie Claude, ChatGPT oder Microsoft Copilot Prozessanalysen direkt abfragen können. Dazu kommt eine KI-gestützte Ursachenanalyse, die operative Treiber von Prozessproblemen automatisch identifizieren soll. Die Plattform läuft nativ in Snowflake und unterstützt objektzentriertes Process Mining.

  • MCP-Schnittstelle bringt Prozessanalysen in gängige KI-Assistenten und Agenten
  • KI-gestützte Ursachenanalyse für operative Treiber von Prozessproblemen – nach Herstellerangaben
  • Snowflake-nativer Betrieb mit objektzentriertem Process Mining

Zu beachten: Die Angaben zur MCP-Schnittstelle stammen aus Herstellermitteilungen; Details zu Verfügbarkeit und Einrichtung sind öffentlich kaum dokumentiert.

10

Skan AI

Am besten für: Agenten aus beobachteter Desktop-Arbeit

Skan AI erfasst, wie Arbeit am Desktop tatsächlich erledigt wird: Bildschirminhalte werden lokal auf dem Rechner verarbeitet, an die Analyseplattform gehen anonymisierte Metadaten. Aus diesem Bild der Arbeit entstehen laut Hersteller einsatzbereite Agenten auf der eigenen Agents-Plattform. Mit der im Februar 2026 vorgestellten Agentic Ontology of Work bietet Skan ein offenes Vokabular für die Zusammenarbeit von Menschen und Agenten.

  • Beobachtung von Desktop-Arbeit mit lokaler Verarbeitung und anonymisierten Metadaten
  • Eigenes Agents-Produkt, das Abläufe aus der Beobachtung in ausführbare Agenten übersetzt
  • Agentic Ontology of Work als offenes semantisches Rahmenwerk für Mensch-Agent-Arbeit

Zu beachten: Skan setzt auf Beobachtung am Arbeitsplatz statt auf Event-Daten aus Quellsystemen und ergänzt klassisches Process Mining daher eher, als es zu ersetzen.

Was 2027 entscheidet

MCP wird Standardschnittstelle

Immer mehr Anbieter öffnen ihre Prozessdaten über das Model Context Protocol für externe Agenten. 2027 wird entscheidend, welcher Kontext dabei mitgeliefert wird – reine Kennzahlen oder ein Modell mit Ursachen und Zusammenhängen.

Vom Copilot zum Hintergrund-Agenten

Statt einzelne Fragen zu beantworten, überwachen Agenten Prozesse kontinuierlich und melden Abweichungen von sich aus. Damit steigt der Bedarf an Governance, Freigaben und nachvollziehbaren Begründungen.

Grounding schlägt Modellgröße

Die Qualität von KI-Antworten hängt zunehmend vom Datenmodell ab, nicht vom gewählten Sprachmodell. Werkzeuge, die Ereignisse, Objekte und Unternehmenswissen verbinden, liefern belastbarere Antworten als Werkzeuge mit flachen Logs.

Häufige Fragen

Was ist KI im Process Mining bzw. Agentic Process Mining?

KI im Process Mining bedeutet, dass Sprachmodelle Fragen zu Prozessdaten in natürlicher Sprache beantworten, Ursachen eingrenzen und Berichte erstellen. Agentic Process Mining geht einen Schritt weiter: Agenten planen mehrstufige Analysen selbst, überwachen Prozesse laufend und schlagen Maßnahmen vor. Die Qualität hängt davon ab, wie gut das Datenmodell die KI mit echten Prozessdaten und Fachwissen verbindet.

Kann ich eigene KI-Agenten an Process-Mining-Daten anbinden (MCP)?

Ja, immer mehr Anbieter öffnen ihre Plattformen dafür. Celonis hat 2025 einen MCP-Server vorgestellt und verbindet Prozessdaten über AgentC mit Plattformen wie Copilot Studio, Bedrock und Agentforce; QPR hat im April 2026 eine MCP-Schnittstelle für ProcessAnalyzer angekündigt. Entscheidend ist, welcher Kontext übergeben wird und wie Berechtigungen und Datenschutz geregelt sind.

Halluzinieren KI-Funktionen im Process Mining?

Sprachmodelle können plausible, aber falsche Aussagen erzeugen – besonders, wenn sie nur Kennzahlen oder flache Logs sehen. Das Risiko sinkt, wenn die KI auf einem Modell aus Ereignissen, Objekten und Beziehungen arbeitet und ihre Aussagen bis zu den zugrunde liegenden Fällen zurückverfolgbar sind. KI-Ergebnisse bleiben dennoch Entscheidungshilfe und sollten vor folgenreichen Entscheidungen geprüft werden.

Welches KI-Process-Mining-Tool läuft mit lokalen Sprachmodellen?

Noreja bietet neben Cloud-Modellen auch lokal betriebene Modelle an, die auf Servern von Noreja oder des Kunden laufen; dafür gibt es eine eigene Agentenvariante, Minerva (On-Premise). Unternehmen können zudem festlegen, dass bestimmtes Wissen aus dem Context Hub nur mit lokalen Modellen genutzt wird. Für andere Anbieter empfiehlt sich ein Blick in deren aktuelle Dokumentation.

Worauf sollte ich bei der Auswahl eines KI-Tools für Process Mining achten?

Wichtiger als der Copilot selbst ist das Datenmodell darunter: Kann die KI Ursachen von bloßen Reihenfolgen unterscheiden und Unternehmenswissen einbeziehen? Prüfe außerdem, ob eigene Agenten und Sprachmodelle angebunden werden können und ob sich jede Aussage bis zu den Daten zurückverfolgen lässt.

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