Was ist Agent Washing?
Agent Washing bezeichnet die Praxis, bestehende Produkte wie Chatbots, KI-Assistenten oder RPA-Lösungen als „agentisch" oder als „KI-Agenten" zu vermarkten, obwohl ihnen wesentliche agentische Eigenschaften fehlen. Typischerweise können sie kein Ziel über mehrere Schritte eigenständig verfolgen, ihre Werkzeuge nicht selbst wählen und nicht auf unvorhergesehene Situationen reagieren. Der Begriff lehnt sich an „Greenwashing" an und wurde vor allem durch das Analystenhaus Gartner verbreitet.
Warum ist das wichtig?
Gartner schätzte 2025, dass von Tausenden Anbietern, die sich als „agentic" bezeichnen, nur rund 130 echte agentische Fähigkeiten bieten. Wer Lösungen auswählt, sollte deshalb prüfen, ob ein Produkt selbst plant und handelt oder nur auf Anfragen antwortet – sonst investiert man in Erwartungen, die das Produkt nicht einlösen kann.
Wie sieht das konkret aus?
Ein Anbieter bewirbt einen „Rechnungsagenten". Im Test zeigt sich: Das Produkt liest Rechnungen per Texterkennung aus und folgt danach einem festen Regelwerk; jede Abweichung landet in einer Warteschlange. Drei Prüffragen entlarven das: Kann es ein Ziel über mehrere Schritte verfolgen? Wählt es seine Werkzeuge selbst? Was passiert bei einem Fall, den niemand vorhergesehen hat?
Nicht zu verwechseln mit
Nicht als Abwertung regelbasierter Lösungen zu verstehen: RPA oder Chatbots können genau das Richtige sein — problematisch ist nur das falsche Etikett. Und nicht mit dem Unterschied zwischen Copilot und Agent zu verwechseln: der beschreibt zwei legitime Bauformen, Agent Washing eine irreführende Bezeichnung.
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