Was ist eine ereignisgesteuerte Prozesskette (EPK)?
Die ereignisgesteuerte Prozesskette (EPK) ist eine Modellierungsnotation, die einen Prozess als strenge Abfolge von Ereignissen und Funktionen darstellt, verknüpft durch logische Operatoren (UND, ODER, XOR). Sie entstand Anfang der 1990er-Jahre an der Universität des Saarlandes und verbreitete sich über SAP R/3 und ARIS im deutschsprachigen Raum. Charakteristisch ist der strikte Wechsel: Auf jedes Ereignis folgt eine Funktion und auf jede Funktion ein Ereignis.
Warum ist das wichtig?
In vielen deutschen Unternehmen liegt die bestehende Prozessdokumentation bis heute als EPK vor – häufig in ARIS. Wer Process Mining einführt, trifft daher fast immer auf EPK-Modelle als Soll-Referenz und muss sie mit den tatsächlich gemessenen Abläufen abgleichen.
Wie sieht das konkret aus?
Eine EPK wechselt strikt zwischen Ereignis und Funktion: „Bestellung eingegangen" → „Bonität prüfen" → „Bonität geprüft" → „Auftrag freigeben". Diese Abwechslung macht Modelle länger als in BPMN, zwingt aber dazu, jeden Zustandswechsel ausdrücklich zu benennen.
Nicht zu verwechseln mit
Nicht mit BPMN zu verwechseln: BPMN ist der internationale Standard der Object Management Group, die EPK stammt aus dem ARIS-Umfeld. Und nicht mit einem Ereignis im Process-Mining-Sinn: das EPK-Ereignis ist ein modellierter Zustand, kein aufgezeichneter Zeitstempel.
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