Was ist agentische Ursachenanalyse?
Bei der agentischen Ursachenanalyse übernimmt ein KI-Agent die Schrittfolge, die sonst eine Analystin oder ein Analyst manuell durchläuft: Auffälligkeit erkennen, Hypothesen bilden, sie gegen die Prozessdaten prüfen, verwerfen oder bestätigen und das Ergebnis begründen. Der Agent arbeitet iterativ und kann viele Hypothesen parallel prüfen, statt sich auf die naheliegendsten zu beschränken. Das Ergebnis ist keine Kennzahl, sondern eine belegte Erklärung samt der zugehörigen Fälle.
Warum ist das wichtig?
Der Engpass in der Prozessverbesserung ist selten das Erkennen einer Abweichung, sondern das Erklären ihrer Ursache – dieser Schritt ist zeitaufwendig und stark erfahrungsabhängig. Wird er automatisiert, verschiebt sich der menschliche Beitrag vom Suchen zum Bewerten und Entscheiden.
Wie sieht das konkret aus?
Ein Agent bekommt „die Durchlaufzeit in Purchase-to-Pay ist um 12 % gestiegen". Er prüft nacheinander Lieferanten, Warengruppen und Freigabestufen, verwirft Hypothesen, die die Zahlen nicht tragen, und landet bei einem Lieferanten, dessen Wareneingänge seit sechs Wochen verspätet gebucht werden. Der Weg dorthin ist protokolliert und nachvollziehbar.
Nicht zu verwechseln mit
Nicht mit Anomalie-Erkennung zu verwechseln: die meldet, dass etwas auffällig ist. Die Ursachenanalyse arbeitet weiter, bis eine erklärende Größe gefunden ist. Und nicht mit einem Dashboard-Drilldown: dort führt ein Mensch die Kette, hier der Agent.
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