00:00:00,320 --> 00:00:33,340 [Thomas] Letztlich, du hattest ja eben schon durchblicken lassen, dass ihr mit Centic AI beispielsweise automatisch Analysen erheben könnt. Und was wir eben Prozessautomatisierung, digitale Transformation eben sehen, ist, dass die Bedarfe so immens sind und da so viel Stau es in der Vergangenheit gegeben hat, dass man gar nicht wirklich zum Optimieren kommt, weil so viel Grundlagenarbeit bei vielen, vielen Unternehmen überhaupt noch gemacht werden muss. Und da würd ich eben oder seh ich so bisschen die Hürde auch bei Process Mining: Wie kann ich dann wirklich dazu kommen, dass wirklich die Sachen auch umgesetzt werden? 00:00:35,120 --> 00:00:58,300 [Lukas] Es ist wieder absolut der Punkt eigentlich, ähm, auf d..., von dem ich vorhin schon gesprochen hab, ja. Es, es wird eigentlich dann nur funktionieren, wenn ich neben dem, neben den, äh, Leuten, die sich sozusagen mit den operativen Prozessen beschäftigen, auch wirklich jemanden habe, der Zeit hat, die Ressourcen, sich auch mal wirklich zurückzulehnen, sag ich jetzt mal, und die Prozesse zu betrachten und zu analysieren. Das heißt, du brauchst tatsächlich halt einfach jemand, der sich mit der, mit der Optimierung auch beschäftigt. 00:00:58,300 --> 00:01:16,280 [Thomas] Aber das Optimieren ist ja dann wiederum auch beispielsweise technischer Natur, organisatorischer Natur. Natur kann's natürlich auch sein, dass ich irgendwelche geschäftlichen Abläufe abändere, aber letztlich ist es ja doch meistens irgendwie bedingt durch die Technik, die in den vergangenen Jahren ja immer das Bottleneck war, was sich jetzt ja wiederum auch ändern kann. 00:01:16,420 --> 00:02:07,160 [Dominik] Nicht mal nur Technik sagen, sondern auch der, der organisatorische Aufbau. Also, ich war schon in so vielen Unternehmen, da gibt's dann irgendwie 'ne große IT-Abteilung und die entscheiden sich aufgrund von den, äh, funktionalen und nicht funktionalen Anforderungen, 'ne Workflow-Engine und BPMN einzusetzen. Und dann fangen die an, Prozesse zu automatisieren und irgendwann kommt raus, ja, da gibt's ja sogar Prozessmanager auf der fachlichen Seite, die haben die Prozesse schon modelliert und mir ging's wirklich, und das ist nicht übertrieben, mir-- Ich hab noch nie gut in Unternehmen mit Prozessmanagern-- Ich hab noch nie 'ne Organisation gesehen, wo das richtig gut klappt, dass es irgendwie ein Team ist und die super zusammenarbeiten, sodass sie gemeinsam versuchen, an einem Strang zu ziehen und irgendwie so'n, so'n Produkt oder, oder, oder, oder Projekt, wie man's auch bezeichnen möchte, voranzubringen und 'n Prozess zu optimieren, sondern irgendwie ist das häufig voneinander getrennt und hängen dann in Meetings fest und reden nicht gut miteinander und so und ich find das auch nicht. 00:02:07,920 --> 00:03:04,980 [Lukas] Das, das gibt es. Es gibt aber tatsächlich auch die, die sehr guten Beispiele. Zum Beispiel haben der Jan und ich auch im Zuge von unserer Forschung, um jetzt mal die A1 zum Beispiel zu nennen, da haben wir das beobachtet. Die haben wirklich das extrem gut damals gemacht, das ganze organisatorische Setup auch mit quasi diese, diese Balance zwischen was zentralisiere ich, was dezentralisiere ich, wo hab ich die Kompetenzen? Das hat sich sehr dynamisch auch entwickelt, ja. Das heißt, man hat vielleicht eher mal angefangen mit 'ner sehr zentralisierten Unit, wo halt zum Beispiel Process-Mining-Leute mit, damals noch RPA und, und Workflow Automation irgendwie zusammengearbeitet haben. Und dann hat sich das später, je nachdem, also wie, wie das dann gereift ist, ja, ähm, hat sich das dann dezentralisiert, ähm, und die ganze Organisation hat sich da sehr dynamisch, äh, mitentwickelt. Ja, ähm, hat das damals im Zuge von meiner, von meinem, meiner PhD-, äh, -Thesis, äh, über, ja, knapp drei Jahre begleitet. Das war 'ne sehr, zum Beispiel ein sehr gutes Beispiel, wie das 'n Unternehmen machen kann, ne. Ähm, es war ein, wahrscheinlich ein Best Practice, ja. Aber klar- 00:03:05,360 --> 00:03:12,540 [Dominik] Aber jetzt mal ehrlich, wie oft ... Vielleicht liegt's ja an mir, aber wie [lacht], wie oft siehst du das wirklich? Also, das weiß ich mal, das ist schon so vorgegeben- 00:03:13,180 --> 00:03:15,060 [Lukas] Selten bis nie. [lacht] 00:03:15,100 --> 00:03:32,640 [Dominik] Aber es wär schön irgendwie, wenn man das ändert. Also das, also sonst ist der Hebel, den man hat mit den Erkenntnissen, die man gewinnt, halt relativ gering, wenn man dann wieder da sagt: „Ja, ich würde als Prozessmanager gerne, ich hab die Erkenntnis, ich würde das und das gerne optimieren“, und die IT-Abteilung sagt: „Ja, geht nicht in dem System oder keine Zeit oder nicht unsere Priorität.“ 00:03:32,640 --> 00:04:03,580 [Thomas] Aber das, also passiert ja teils gar nicht. Also ich seh immer, dass dieses klassische Prozessmanagement dann da ist, um die Prozesse zu erheben, wie sie sind. Die setzen sich dann auch vielleicht mal hin und überlegen, wie sollte ein idealer Prozess aussehen? Aber konkrete Bedarfe kommen da nicht raus. Konkrete Requirements putzen da am Ende nicht des Tages raus, sondern die IT setzt sich dann trotzdem noch immer mit den Fachbereichen hin, klämüsert aus, wie der Prozess auszusehen hat und dann hat man zwei Versionen, die das Soll-Bild beschreiben, die komplett divergent voneinander sind, natürlich auseinanderlaufen.